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Der gefährlichste Parasit im Europas (18.08.2017 10:24:48)

Der parasitisch lebende Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis) ist auf der nördlichen Hemisphäre verbreitet und gehört zur Gruppe der Plattwürmer. Er gilt als der gefährlichste Parasit im europäischen Raum. Auch wenn der Mensch ein Fehlwirt ist, kann er trotzdem vom Bandwurm befallen werden.

Unten:  Fuchsbandwurm. Foto: Alan R Walker

Der Fuchs stellt den Endwirt des Wurmes dar. Im Darm des Tieres befinden sich zahlreiche adulte Würmer, die etwa 1 bis 3 mm lang sind. Die Adulten legen die Eier im Darm des Fuchses ab, welche dann mit dem Kot in die Umwelt gelangen. Dort werden sie von den Zwischenwirten wie etwa von Mäusen mit der Nahrung aufgenommen. Im Darm des Zwischenwirtes schlüpfen die Larven der Würmer, durchdringen die Darmwand und gelangen über die Pfortader in die Leber, wo sie das Gewebe tumorartig durchwachsen. Dadurch werden die Leber und eventuell auch andere Organsysteme mit der Zeit zerstört, was für gewöhnlich mit dem Tod endet.

Die Larven können sich auch Metastase-artig über das Blutkreislaufsystem und die Lymphgefäße im Körper verbreiten. Dadurch können auch andere Organe wie etwa die Lunge oder das Gehirn befallen werden. Die Krankheit, die durch den Befall von Fuchsbandwürmern ausgelöst wird bezeichnet man als alveoläre Echinokokkose. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist nicht möglich.

Die Eier der können mit belasteter Nahrung aufgenommen werden. Evetuell könnten sie auch mit belastetem Staub eingeatmet werden, beispielsweise bei der Heuernte. Der Verzehr von ungewaschenen Beeren und das Kauen von Gras stellen eine Infektionsgefahr dar, insbesondere in der Nähe von Gewässern. Eine weitere gefährdete Gruppe stellen Hunde- und Katzenhalter dar.   (Kern et al. 2004).

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Die Krankheit verläuft meist über einen Zeitraum, der länger als 10 Jahre sein kann, symptomlos.  (Frider et al. 1999). Echinokokkose führt zu Abgeschlagenheit, Bauchschmerzen und eventuell zu Gelbsucht. Eine Vergrößerung der Leber kann ebenfalls eintreten. Im späten Verlauf können lebensbedrohliche Zustände durch die Schädigung der Leber und anderer umliegender Organsysteme eintreten. Die Krankheit ist mit einem bösartigen Tumor zu vergleichen.

Echinokokkose kann frühzeitig durch den Nachweis von Antikörpern mittels ELISA-Verfahren diagnostiziert werden. Durch Ultraschall, Röntgenaufnahmen und MRT kann der Parasit ausfindig gemacht werden. Eine weitere Möglichkeit stellen Biopsien dar, bei denen Proben des befallenen Gewebes entnommen werden. Durch verschiedene Methoden wie PCR für DNA oder histologische Methoden kann der Befall aus den Biopsien nachgewiesen werden. Die letztere Methode ist jedoch riskant, weil durch den Einstich der Nadel die Gefahr besteht, dass sich Metacestoden im Körper verbreiten (Eckert 2001).

Früh genug erkannt kann das betroffene Gewebe chirurgisch entfernt werden, ansonsten ist eine Chemotherapie notwendig. Letztere Behandlungsmöglichkeit hat allerdings gravierende Nebenwirkungen.

Hygiene ist die einzige vorbeugende Maßnahme, die jeder treffen kann. Gräser sollten nicht gekaut werden. Beeren und sonstige Lebensmittel vor dem Verzehr gründlich reinigen. Nach Kontakt mit Hunden oder Katzen die Hände gründlich waschen. Eigene Hunde und Katzen regelmäßig entwurmen (Eckert 2001).

Die Krankheit nicht sehr weit verbreitet. In Deutschland gab es in den letzten 40 Jahren zwischen 100 und 200 Fälle, in Österreich etwa 50, in der Schweiz 118 und in Frankreich etwa 200 bis 250 Fälle. Es existieren Berichte, bei denen die Wurmlarven durch das Immunsystem des Patienten getötet wurden, wodurch die alveoläre Echinokokkose spontan abheilte. Solche Spontanheilungen scheinen jedoch eher die Ausnahme zu sein (Rausch et al. 1987).

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Literaturverzeichnis

Eckert, J. (Hg.) (2001): WHO/OIE manual on Echinococcosis in humans and animals. A zoonosis of global concern. Paris: World Organisation for Animal Health.

Frider, B.; Larrieu, E.; Odriozola, M. (1999): Long-term outcome of asymptomatic liver hydatidosis. In: Journal of hepatology 30 (2), S. 228–231.

Kern, Petra; Ammon, Andrea; Kron, Martina; Sinn, Gabriele; Sander, Silvia; Petersen, Lyle R. et al. (2004): Risk factors for alveolar echinococcosis in humans. In: Emerging infectious diseases 10 (12), S. 2088–2093. DOI: 10.3201/eid1012.030773.

Rausch, R. L.; Wilson, J. F.; Schantz, P. M.; McMahon, B. J. (1987): Spontaneous death of Echinococcus multilocularis: cases diagnosed serologically (by Em2 ELISA) and clinical significance. In: The American journal of tropical medicine and hygiene 36 (3), S. 576–585.

By Wolfgang Dibiasi www.dibiasiwelt.com

 
 
 
 


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