Willkommen auf meinem Blog. 
Hier verfassen wir Artikel rund um die Themen aus der Dibiasiwelt. 
Viel Spaß beim Lesen! :-) 
 
Interessieren Sie sich für meine Themen?
Tragen Sie Ihre Emailadresse unten ein und erhalten zukünftig kostenlos meinen Newsletter mit spannenden Artikeln, rund um die Themen dieser Seite :-) 


          

 
Wanderspinne/Bananenspinne: Gift Wirkung (10.08.2017 11:03:38)

Die Vertreter der Gattung Phoneutria gehören zu den giftigsten Spinnen weltweit. Die Gattung ist  im mittel- und südamerikanischen Raum verbreitet. Im deutschsprachigen Raum werden sie als Wanderspinnen, oftmals auch als Bananenspinnen oder Kammspinnen, bezeichnet.

Wanderspinne, Wandering spider (Phoneutria)

In seltenen Fällen passiert es, dass eine solche Spinne zusammen mit Bananen oder anderen exotischen Pflanzen eingeschleppt wird. Solche Vorfälle werden dann in den Medien breit getreten, wodurch sich bei der Bevölkerung Panik verbreitet. Harmlose Spinnen, welche von draußen ins Haus eindringen,  werden für hochgiftige Phoneutrias gehalten. 

Im Gift der Phoneutria sind hochwirksame Neurotoxine vorhanden, welche das Nervensystem angreifen. Die Wirkung des Phoneutriagiftes beruht auf die biologische Aktivität von Toxinen wie  Tx2-5, Tx3-3 usw., welche mit verschiedenen Ionenkanälen von unseren Nervenzellen interagieren. Prinzipiell wird das Nervensystem von 2 Seiten angegriffen. Einerseits werden Ionenkanäle geöffnet, andererseits werden sie inaktiviert. Beides zusammen führt zu einem regelrechten Durcheinander im Nervensystem, welches dadurch letztendlich lahm gelegt wird.

Komponenten wie etwa PhTx2 erhöhen die Permeabilität der Natriumkanäle, wodurch es zu einem vermehrten Einstrom von Natrium in die Zelle kommt. Dies hat eine verstärkte Reizleitung zur Folge, was zu Muskelkrämpfen bzw. der Lähmung des Muskels durch Versteifung, unkontrollierbaren Speichelfluss usw. führen kann. Andere Komponenten wie beispielsweise Tx3-3 und Tx3-4, inaktivieren die Calciumkanäle, wodurch die Reizleitung blockiert ist, was ebenfalls zu Lähmungserscheinungen führt.

Wanderspinne (Phoneutria fera)

Neben den oben genannten Symptomen verursacht der Biss einer Phoneutria Schweißausbrüche, Schüttelfrost, Fieber und Atembeschwerden. Im schlimmsten Fall endet der Biss dieser Art tödlich. Diesbezüglich ist allerdings auch zu erwähnen, dass die Prognosen dennoch allgemein gut sind.

Weiters können Bisse dieser Art zu lang anhaltenden, schmerzhaften Erektionen führen, was man als Priapismus bezeichnet. Die Erektion wird von pro- und antierektilen Nervensignalen kontrolliert. Die dafür verantwortlichen Neuronen scheinen besonders empfindlich gegen Tx2-5 und Tx2-6 zu sein. Diese beiden Toxine haben eine aktivierende Wirkung auf Neuronen, indem sie die Natriumkanäle der Neuronen offen halten. Offensichtlich führt hier die Aktivität von Tx2-6 zur Aktivierung proerektiler Neuronen und damit zur Freisetzung von NO, wie es auch bei einer Erektion passiert. NO seinerseits bindet an ein G-gekoppeltes Protein, welches die Guanylat cyclase aktiviert. Diese rekrutiert einen Secondmessenger mit dem Name cGMP, welches seinerseits eine Proteinkinase G aktiviert. Diese bewirkt durch verschiedene Wirkungsweisen, wie etwa die Phosphorylierung von Proteinen bestimmter Kaliumkanäle, einen Abfall des intrazellulären Calciumspiegels. Die Muskelkontraktion benötigt einen hohen Anteil an Calcium. Dadurch, dass kein Calcium vorhanden ist, wird die Muskulatur im Schwellkörper relaxiert, es strömt Blut in die Schwellkörper, wodurch es zur Erektion kommt. Aufgrund dieser Wirkungsweise könnten solche Toxine eventuell als Basis für die Herstellung von Medikamenten dienen, welche gegen Erektionsstörungen eingesetzt werden können.

Wenn Sie mehr über Gifttiere lernen möchten, schauen Sie sich mein Buch an "Gifttiere: Ein Crashkurs über Gifttiere und Tiergifte". Es ist auf Amazon erhältlich. 

-Wer sich speziell für giftige Spinnentiere interessiert: Günter Smidt: Giftige und gefährliche Spinnentiere

Gefallen Ihnen meine Artikel? Abonnieren Sie DibiasiWelt. Tragen Sie dazu hier Ihre Emailadresse ein und erhalten zukünftig eine Benachrichtigung, wenn es was Neues gibt. 

Quellen:
http://www.diabetesindia.com/diabetes/erectile_dysfunction/other_drugs_patient.htm (abgerufen am 02.06.16). Gomez, Marcus V.; Kalapothakis, Evanguedes; Guatimosim, Cristina; Prado, Marco A. M. (2002): Phoneutria nigriventer Venom: A Cocktail of Toxins That Affect Ion Channels. In: Cellular and Molecular Neurobiology 22 (5/6), S. 579–588. DOI: 10.1023/A:1021836403433. Leite, Katia R. M.; Andrade, Enrico; Ramos, Adriana T.; Magnoli, Fabio C.; Srougi, Miguel; Troncone, Lanfranco R. P. (2012): Phoneutria nigriventer spider toxin Tx2-6 causes priapism and death: a histopathological investigation in mice. In: Toxicon : official journal of the International Society on Toxinology 60 (5), S. 797–801. DOI: 10.1016/j.toxicon.2012.06.006.

 
 
 
 

 

 


Bewertung: (5.00 Punkt(e) / 1 Bewertung(en))

 
 
Kommentare

 
AW: Wanderspinne/Bananenspinne: Gift Wirkung
Geschrieben am 16.11.2017 17:45:47 von Pharmagut

Hallo! In unserer Online-Apotheke können Sie Potenzmittel ohne Rezept bestellen. Die Preise sind immer niedrig und außerdem gibt es verschiedene Angebote. Jetzt haben Sie die Möglichkeit, einen schönen Rabatt zu bekommen. Die Lieferung ist wirklich sehr schnell und dauert nicht länger als 2 bis 3 Werktage. Mit der Wirkung der Medikamente werden Sie sehr zufrieden sein. Für mehrere Informationen schreiben Sie oder rufen Sie uns bitte an! Alle Kontaktinformationen finden Sie auf unserer Webseite.
https://pharmagut.com
 
 
Kommentar verfassen
 
Name:
E-Mail:
Betreff:
Kommentar :
 
 
 

Nach oben