Willkommen auf meinem Blog. 
Hier verfassen wir Artikel rund um die Themen aus der Dibiasiwelt. 
Viel Spaß beim Lesen! :-) 
 
Interessieren Sie sich für meine Themen?
Tragen Sie Ihre Emailadresse unten ein und erhalten zukünftig kostenlos meinen Newsletter mit spannenden Artikeln, rund um die Themen dieser Seite :-) 


          

 
Die Farben europäischer Vipern, eine Warnung? (06.08.2017 11:46:06)

Das wichtigste Erkennungsmerkmal der Kreuzotter ist ihr dorsal gelegenes Zick-Zack-Band (Im Folgenden als ZZB abgekürzt). Es gibt aber auch schwarze Kreuzottern ohne ZZB. Man beobachtete, dass solche schwarze Exemplare öfter von Raubvögeln angegriffen wurden als Tiere mit einem ZZB. Daraus folgte die Vermutung, dass ein solches Muster der Tarnung dienen würde. Allerdings ist dieses Muster nicht so unauffällig, wie einst geglaubt. Insbesondere wenn sich die Tiere bewegen fällt es auf, weil es durch die Bewegung eine Art Flimmern verursacht.

Man stellte daher die Hypothese auf, dass es sich hierbei um eine aposematische Färbung handeln könnte.

Forscher in Spanien testeten diese Hypothese indem sie mit Plastilin die dort heimische, giftige Stülpnasenotter, welche ebenfalls ein ZZB besitzt als Attrappen nachbauten. Einigen Attrappen wurde ein ZZB aufgemalt, anderen nicht. Um eine bessere Tarnung durch das ZZB zu verhindern wurden die Attrappen auf weißem Hintergrund platziert. Resultat: Attrappen ohne ZZB wurden öfter angegriffen als jene mit ZZB. Diese Resultate unterstützen die Hypothese, dass es sich um aposematische Färbungen handeln könnte. Interessant zu erwähnen ist auch, dass es ungiftige Schlangen gibt, welche die Vipern durch Bates’sche Mimikri nachahmen, wie beispielsweise die Vipernatter (Natrix maura).

Es könnte aber auch sein, dass diese Muster Tarnung und Warnung zugleich sind. Ich persönlich stellte beispielsweise fest, dass das Muster der Kreuzotter auffälliger wird, je weiter man sich vom Tier entfernt. Wenn man die Schlange aber aus der Nähe betrachtet, so wird das Muster zunehmend unauffälliger. Es könnte also sein, dass das Muster die Schlange auf naher Distanz tarnt und auf großer Distanz als aposematische Färbung fungiert. Dies würde auch Sinn ergeben, zumal die Schlange dadurch für ihre Beute schwerer zu lokalisieren ist, während sie von Raubtieren, die aus der Ferne angreifen leichter zu sehen ist.

Wenn Sie einen sich allgemeinen Überblick über die Schlangen Europas verschaffen wollen, empfehle ich Ihnen das folgende Buch:  Die Schlangen Europas, von Ulrich Gruber
Hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Wenn ja, abonnieren Sie DibiasiWelt, indem Sie hier Ihre E-Mail-Adresse eintragen und zukünftig alle Artikel kostenlos zugesendet bekommen.

Quelle:

-NISKANEN, MARTTI; MAPPES, JOHANNA (2005): Significance of the dorsal zigzag pattern of Vipera latastei gaditana against avian predators. In: J Anim Ecology 74 (6), S. 1091–1101. DOI: 10.1111/j.1365-2656.2005.01008.x.

Wolfgang Dibiasi

http://www.dibiasiwelt.com/

 


Bewertung: (5.00 Punkt(e) / 1 Bewertung(en))

 
 
Kommentare

 
Keine Kommentare vorhanden.
 
 
Kommentar verfassen
 
Name:
E-Mail:
Betreff:
Kommentar :
 
 
 

Nach oben