Interessantes aus der Biologie:

Der Einfluss des Immunsystems, auf die Wahl unseres Partners: (damit meine ich ein Vertreter des Gegengeschlechts, mit dem man sich in der Regel nach einer bestimmten Zeit fortpflanzt und nicht einen Kumpel oder Weggefährte).  Das Immunsystem, ein System aus Stoffen und lebenden Zellen, die funktionell zusammenhängen und unseren Körper gegen schädliche Eindringlinge schützen. Sehen wir uns mal an, was passiert, wenn ein bösartiges Bakterium in unseren Körper gelangt. Angenommen, es überwindet sämtliche Barrieren, wie die Kolonsationsflora auf der Haut und die Haut selbst. Alleine wird es im Körper nicht weit kommen. Weiße Blutzellen phagozytieren Eindringlinge und zerlegen sie in ihre Bestandteile. Diese Bestandteile zeigen die Zellen dann anderen spezialisierten Zellen (B-Zellen), welche dann Antikörper produzieren, die auch die restlichen Bakterien unschädlich machen.

Hier das Video einer solchen Fresszelle. Die runden Dinger daneben sind Erythrozyten bzw. rote Blutkörperchen.

Damit die Fresszellen die Bestandteile des Bakteriums präsentieren können, benötigen sie ein spezielles Protein, das sog. MHC. Dieses kann sehr vielfältig sein und je vielfältiger es ist, desto mehr Bestandteile können die Zellen präsentieren und je mehr sie präsentieren, desto effizienter arbeitet unser Immunsystem. Der Bauplan des MHC-Moleküls liegt in der DNA. Unsere Kinder sind genetisch gesehen eine Kreuzung aus mütterlicher und väterlicher DNA. Ihre MHC-Moleküle tragen also beide Merkmale, von Mutter und Vater. Sie sind vielfältiger, wenn das MHC der Mutter sich vom MHC des Vaters unterscheidet. Nun ist es so, dass wir das MHC scheinbar unbewusst wahrnehmen können! Und dadurch wählen wir unbewusst auch einen Partner, dessen MHC sich deutlich von unserem unterscheidet, damit Jenes unserer Nachkommen vielfältig bleibt und diese dann auch ein effizientes Immunsystem haben. Wenn Sie also single und auf Partnersuche sind, vergessen Sie nicht, zunächst am Objekt ihrer Begierde zu riechen! Wenn Sie den Geruch Ihres Gegenübers leiden können, dann ist er oder sie möglicherweise die/der Richtige!!! (Aber übertreiben Sie es auch nicht mit dem Riechen, zu viel riechen macht kein gutes Bild.)

Das Verständnis, um die Wirkung von Hormonen kann uns Auskunft über gewisse Verhaltensweisen geben, doch sei erwähnt, dass eine bestimmte Verhaltensweise weitaus mehrere Gründe hat, als nur schwankende Hormonkonzentrationen. Genauso ist es auch bei der Partnersuche! Charakterliche Eigenschaften spielen auch eine große Rolle. Es nützt nichts, wenn Ihr Partner zwar das richtige MHC hätte, um widerstandsfähige Nachkommen zu zeugen, aber sie sich trotzdem gegenseitig auf den Tod nicht ausstehen können.

 

"Unsterbliche" Organismen: Süßwasserpolypen der Gattung Hydra gehören zur Gruppe der Nesseltiere (Cnidaria). Die Tiere sind nur klein und sehr einfach aufgebaut, besitzen dafür aber erstaunliche Eigenschaften. Hydra vulgaris kann ihre Zellen erneuern, solange sie genügend Nährstoffe bekommt und die Umweltbedingungen konstant bleiben. Alte Zellen werden permanent durch neue ersetzt, wodurch die Tiere praktisch nicht altern und mehrere hundert Jahre alt werden können. Weiters verfügen sie über ein hervorragendes Immunsystem und bilden keine Tumore aus. Somit sind sie praktisch resistent gegen Krebs. Eine weitere beachtenswerte Eigenschaft ist ihre Regenerationsfähigkeit. Selbst wenn man die Tiere in ihre einzelnen Zellen zerlegt, können sie sich meistens wieder zusammenfügen. Stellen Sie sich vor, wie Hydra zu sein. Im Vergleich zu Menschen wären Sie fast unzerstörbar. Leider aber wären Sie nur winzig klein und hätten kein Gehirn, daher würde es Ihnen vermutlich nicht auffallen, wie erstaunlich und interessant Sie sind.

Hydra vulgaris

Stammzellen: Wenn wir eine Axt nehmen und uns einen Arm abhacken, dann wächst er nie wieder nach, weil der Großteil der Zellen unseres Körpers spezialisiert ist und jeder Zelltyp eine eigene Aufgabe besitzt. Muskelzellen dienen der Bewegung, Nervenzellen der Kommunikation, Drüsenzellen bilden verschiedene Sekrete wie z.B. Schleim oder Verdauungsenzyme. Doch wie entstehen so viele verschiedene Typen von Zellen? Wie wir wissen entsteht ein Kind durch die Befruchtung der weiblichen Eizelle mit einer männlichen Samenzelle. Also entsteht aus 2 haploiden Zellen ein ganzer Mensch. All unsere Zelltypen sind folglich aus diesen beiden Zellen, die miteinander verschmolzen sind, hervor gegangen. Nach der Befruchtung teilen sich die Zellen. Zu Beginn unserer Embryonalentwicklung sind wir praktisch nur ein Haufen aus Zellen, die eine besondere Fähigkeit haben: Sie können sich teilen, so oft sie wollen und sie können sich zu jedem Zelltyp entwickeln. Diese Zellen bezeichnen wir als Stammzellen. Unser Körper beinhaltet auch noch Stammzellen, wenn wir erwachsen sind, allerdings nur sehr wenige und nur an Orten und Organen, wo sich Zellen ständig erneuern müssen. Wenn aber ein ganzes Organ schwer beschädigt ist, sodass es seine Funktion nicht mehr erfüllen kann, wird es sich nicht mehr ohne weiteres vollständig regenerieren. Heutzutage werden Organe transplantiert. Herzen, Leber, Nieren, all diese Organe lassen sich aus einem Körper raus nehmen und in ein anderen rein bauen. Aber nur unter gewissen Voraussetzungen – Die Zellen des Transplantates müssen den Zellen des Empfängers ähnlich sehen, ansonsten wird das Transplantat abgestoßen. Wie können wir ein Organ erzeugen, dessen Zellen den Zellen des Empfängers identisch sind? Wir entnehmen dem Empfänger Stammzellen, die sich zu allen möglichen Zellen entwickeln können und züchten daraus ein Organ, welches im Prinzip bereits dem Empfänger gehört. Nur, dass man es noch in den Körper einbauen muss. Das alles ist im Moment aber noch nicht so einfach, da es eine Reihe von Signalen benötigt, aus wenigen Zellen ein ganzes Organ herzustellen. Weiters ist es eine Frage der Ethik. Wie weit dürfen wir in der Medizin und der Biologie gehen? Dürfen wir uns einen Vorrat an Reserveorganen züchten? Ein Organ besteht aus lebenden Zellen. Ist es ein Lebewesen? Wenn ja, haben wir das Recht, etwas Lebendiges zu „erschaffen“, um es dann als Reserveteil zu verwenden? Übrigens könnte man auch ganz normale Körperzellen "reprogrammieren" damit sie wieder zu Stammzellen werden. Aber auch dies ist im Moment nocht nicht ganz so einfach, wie es sich anhört.

Wie wir sehen, liefert die Biologie Einblicke in verschiedenste Bereiche des Lebens und trägt positiv zum besseren Verständnis der belebten Umwelt bei.  

Nach oben