Die Schlangen der Alpen

In den Alpen leben zehn Arten von Schlangen. Vier davon sind giftig. An den südwestlichen Alpen  grenzt das Verbreitungsgebiet der Eidechsennatter (Malpolon monspessulanus) und der Treppennatter (Rhinechis scalaris). An den südöstlichen Alpen grenzt hingegen das Verbreitungsgebiet der Katzennatter (Telescopus fallax). 

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Beginnen wir zunächst mit den ungiftigen Nattern

Äskulapnatter (Zamenis longissimus): Diese ist, wie bereits erwähnt die größte und kräftigste Schlange Südtirols. Äskulapnattern können bis zu 1,5 Meter lang werden. Es existieren sogar Berichte von Exemplaren, die bis zu 2 Meter messen sollen (welche mir jedoch nicht besonders glaubwürdig erscheinen). Vorwiegend bewohnt sie Waldränder, Waldlichtungen, Legesteinmauern, alte Ruinen, Weinberge und Schläge. Oft ist sie auch in der Nähe von Gewässern zu finden. Äskulapnattern können ausgezeichnet klettern. In den Bäumen jagen sie nach Vögeln. Am Boden jagen sie nach Mäusen, Echsen und Teils auch Fröschen. Äskulapnattern sind nicht sonderlich aggressiv und beißen vielfach auch dann nicht zu, wenn sie ergriffen werden.

Äskulapnatter

 

Ringelnatter (Natrix natrix): Ringelnattern erreichen in der Regel eine Länge von bis zu 1,2 Meter. Man findet sie hauptsächlich in der Nähe von Teichen, Wassergräben und in Sümpfen, wo sie nach Fischen und Fröschen jagen. Gelegentlich findet man sie aber auch in Wäldern und sogar an trockenen Standorten. Häufig kann man die Tiere dabei beobachten, wie sie sich an den Ufern der Gewässer sonnen oder auf Beute lauern. Bei Gefahr, gleiten sie lautlos ins Wasser und verschwinden im Gewirr der Wasserpflanzen. Wenn die Schlange ergriffen wird, beißt sie nicht zu, sondern entlässt aus einer speziellen Drüse in der Kloake ein sehr übelriechendes Sekret, wodurch der Feind meist von ihr ab lässt. Eine Ringelnatter erkennt man leicht an den beiden halbmondartigen, gelben oder weißen Flecken am Nacken. Ringelnattern besitzen, wie viele andere Nattern auch, ein mildes Gift im Speichel, das für den Menschen als auch für seine Haustiere (Hunde, Katzen) ungefährlich ist.

 

Schlingnatter (Coronella austriaca): Mit 50 - max. 70 cm ist die Schlingnatter eine kleine und unauffällige Schlange, die in Gebirgswäldern, Wiesen und auf Heideland sowie an trockenen Standorten zu finden ist. Die Schlingnatter erbeutet hauptsächlich Eidechsen und manchmal auch kleinere Schlangen. Schlingnattern sind nicht aggressiv. Der Biss einer Schlingnatter ist aufgrund ihrer geringen Größe nicht sonderlich schmerzhaft

Coronella austriaca

 

Vipernatter (Natrix maura): Die Vipernatter ähnlich in ihrer Lebensweise der Ringelnatter oder der Würfelnatter. Äußerlich sieht sie wie eine Viper aus. Bei Bedrohung beginnt sie zu zischen und mit dem Kopf warnend nach vorne zu schlagen, ähnlich wie eine Viper. Die Schlange ernährt sich hauptsächlich von Fischen und Fröschen.

 

Würfelnatter (Natrix tessellata): Die Würfelnatter ist eine sehr gute Schwimmerin und sehr gut ans Wasser angepasst. Man findet sie an den Ufern von Seen und langsam fließenden Gewässern. Die Hauptnahrung dieser Natter sind Fische und Frösche. Wenn diese Schlange ergriffen wird, reagiert sie gleich wie die Ringelnatter. Würfelnattern erreichen eine Länge von ca. 60 - 90 cm.

Natrix tessellata, Würfelnatter

 

Zornnatter (Hierophis viridiflavus): Bekannt als die schnellste Schlange Südtirols lebt die Zornnatter hauptsächlich in trockenen Gebieten, wo sie Eidechsen, Vögeln, Mäusen und zum Teil auch anderen Schlangen nachstellt. Zornnattern erreichen eine stattliche Größe von bis zu 1,3 Meter und sind sehr scheu. Bei einer Begegnung mit den Menschen ergreifen sie rapide die Flucht. Wer die Schlange ergreifen will muss mit heftigen Abwehrbissen rechnen. Von sich aus wird die Schlange trotzdem nie zubeißen und die Flucht immer einem Kampf vorziehen.

Zornnatter Hierophis viridiflavus (H. carbonarius)

 

Vipern: Alle Vipern sind giftig. Sie verfügen über einen spezialisierten Giftapparat. 

 

Aspisviper (Vipera aspis): Aspisvipern findet man in trockenen, mediterranen, felsigen Gebieten aber auch in dichter bewachsenen Gegenden. An Wiesenränder und den Rändern von Weinbergen oder in Trockenmauern fühlen sich Aspisvipern wohl. Mit einer erreichbaren Länge von 60 - max. 80 cm ist die Aspisviper eine kleine bis mittelgroße Viper. Ihre Nahrung besteht hauptsächlich aus Eidechsen und Nagern. Selten erbeuten Aspisvipern auch kleine Vögel. Der Biss der Apsisviper ist schmerzhaft und hat eine Schwellung und mögliche Nekrosen zur Folge. In schlimmen Fällen kann ein Biss Nierenschäden verursachen. Für einen gesunden Menschen ist der Biss nicht tödlich und bleibt in der Regel ohne schwerwiegende Folgen. Aspisvipern sind wenig aggressiv. Bei Gefahr verkriecht sich die Schlange. Wird sie ergriffen beißt sie entweder zu, oder tut es nicht und lässt sich hochheben. Der Charakter von Vipern ist bei vielen Arten von Tier zu Tier unterschiedlich.

Vipera aspis, Aspisviper

Video mit Aspisvipern:

 

Hornotter (Vipera ammodytes): Die größte unter den Giftschlangen Südtirols ist, mit einer erreichbaren Gesamtlänge von 80 bis 100 cm, die Hornotter. Diese Art ist ziemlich scheu. Wenn sie während der Flucht ergriffen wird beißt sie in der Regel zu. Der Biss der Hornotter ist im Normalfall für einen gesunden Menschen nicht tödlich, sollte aber auch nicht unterschätzt werden. Hornottern sind sehr selten geworden und nur mehr in wenigen trockenen Gebieten Südtirols verbreitet. Die Schlange ist massiv vom Aussterben bedroht und sollte deshalb geschützt werden! Hornottern jagen Mäuse, Eidechsen und in manchen Fällen auch Vögel und Amphibien.

Vipera ammodytes, Hornotter

 Video mit Hornottern:

 

Kreuzotter (Vipera berus): Die Kreuzotter ist eine relativ kleine Viper die eine maximale Länge von ca. 70 cm erreicht. Man findet Kreuzottern auf Heideland, an Gebirgshängen und an Lichtungen vieler Gebirgswälder. Kreuzottern ernähren sich von Amphibien, Eidechsen und Mäusen. Die Schlange ist relativ scheu und ergreift bei einer Begegnung mit Menschen die Flucht. Wenn sie an die Flucht gehindert wird nimmt sie eine Abwehrstellung ein und schnellt mit dem Kopf warnend nach vorne. Wird sie ergriffen versucht sie entweder sich aus dem Griff heraus zu winden oder beißt zu.

Kreuzotter, european viper, Vipera berus

Farbvariationen der Kreuzotter

Oben: Verschiedene Färbungen der Kreuzotter. 

Video mit einer Kreuzotter:

 

Vipera walser: Diese Art wurde erst kürzlich in den westlichen Alpen Italiens in der Nähe von Biella entdeckt. Die Schlange sieht der Kreuzotter zum verwechseln ähnlich. Die Unterschiede liegen hauptsächlich auf genetischer Ebene. Vipera walser bewohnt nur ein sehr kleines Verbreitungsgebiet,  welches eine Fläche von weniger als 500 km² aufweist. Über das Gift ist noch nichts bekannt. Mit größter Wahrscheinlichkeit wirkt es gleich wie das Gift der Kreuzotter.

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